Interesse geweckt? Jetzt unverbindlich für Print-Version vormerken lassen.

ACHT­ZEHN­HUNDERT­SIEBEN­UND­SIEBZIG

AUS EIGENEN FEH­LERN LER­NEN

Spätestens auf der Wiener Weltausstellung 1873 wurde den Schwarzwälder Uhrmachern bewusst, dass sie weiterhin weder mit der Technologie noch den Designentwürfen anderer Uhrenindustrienationen mithalten konnten. Die Meinung, die Uhrmacherschule habe während ihrer Existenz bereits genug Uhrmachermeister hervorgebracht, musste revidiert und die Schließung der Uhrmacherschule als Fehler eingestanden werden. Neue Pläne, die Uhrmacherschule wiederzueröffnen, wurden daher ausgearbeitet. 1877, immerhin 14 Jahre nach der Schließung, war es dann soweit und die Türen der Badischen Uhrmacherschule standen wieder offen. Man hatte aus den Fehlern gelernt und bediente sich eines neuen Schulkonzepts. Die Schule hatte nunmehr einen spezialisierten Aufbau:, denn der Schwerpunkt lag fortan auf der Großuhrenwerkstatt; Taschenuhren wurden nicht mehr angefertigt. Außerdem wurde eine Klasse eingerichtet, die sich auf Holzarbeiten konzentrierte. Aus dieser sollte später die Schnitzereischule entstehen.

Die Ausbildung bestand aus einem einjährigen Fachschulunterricht, gefolgt von einer mindestens zweijährigen Betriebspraxis, die mit einem Gewerbeschulbesuch verbunden war. Auch 1877 blieb die überarbeitete Uhrmacherschule die einzige ihrer Art in ganz Deutschland. Doch leider wurde sie gerade zu Beginn nicht zufriedenstellend angenommen. In den ersten Jahrgängen besuchten sie lediglich fünf bzw. sechs Schüler.

1877, ACHTZEHNHUNDERTSIEBENUNDSIEBZIG, Holz, Kuckucksuhr, Schnitzerei, Uhren, Weiterbildung, Weltausstellung