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NEUN­ZEHN­HUNDERT­VIER­ZEHN

DER ALL­TAG IM ERS­TEN WELT­KRIEG

Das Kriegstreiben mit seinen verheerenden Folgen für die europäische Bevölkerung hinterließ auch in Furtwangen deutliche Spuren. Die Krankenstationen waren überfüllt mit Kriegsverletzten und große Armut breitete sich allmählich unter den Bürgerinnen und Bürgern aus. Während Maximalpreise für Grundnahrungsmittel unter Androhung gravierender Strafen bei einem Überschreiten festgelegt wurden, stiegen andere Preise (wie das Briefporto) in unermessliche Höhen. Die Bewohner mussten sich stark einschränken, um mit ihren überschaubaren Mitteln diese schwere Zeit überstehen zu können. Auch die Industrie war seit Anbeginn des Krieges zum Erliegen gekommen. Die Holzschnitzerei- und Uhrmacherschule waren ebenfalls betroffen. Ihnen ging ein beachtlicher Teil ihres Absatzes durch das fast vollständige Wegfallen des Fremdenverkehrs verloren. Zudem kämpften einige der Schüler selbst an der Front, während sich viele von den zu Hause gebliebenen Schülern bei der Jugendwehr der Uhrmacherschule beteiligten.

Neben den Krankhäusern kümmerten sich die Furtwanger Frauenvereine um die große Zahl an verletzten und heimgekehrten Soldaten. Ab 1916 trafen sie sich regelmäßig zu einem sogenannten Soldatenheim im Gasthaus zum Ochsen, wo die Soldaten bewirtet und ihnen Spiele angeboten wurden, um für einen Moment das Kriegsgeschehen zu vergessen.

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