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NEUN­ZEHN­HUNDERT­ZWANZIG

DIE HUN­GERS­NOT HÄLT WEI­TER AN

Das Leid fand nach dem 1. Weltkrieg kein sofortiges Ende. Die Armut und die schwierige Ernährungslage in Furtwangen blieben auch weiterhin unverändert. Die missliche Situation intensivierte sich noch dadurch, dass eine weitgreifende Wirtshauskrise die Einstellung des gesamten Küchenbetriebs näher rücken ließ. Das Gastwirtsehepaar Otto & Hermine Wulst waren der Krise bereits zum Opfer gefallen und sahen sich gezwungen, ihr Gasthaus Rebstock, das erstmalig 1857 eröffnet wurde, im Jahre 1920 zu verkaufen. Der damalige Bürgermeister Albert Wild ergriff die Chance, beorderte die Gemeinde dazu, den Rebstock samt Küche und Inventar für 143.000 Mark zu erwerben und eröffnete eine Furtwanger Volksküche. Diese war vor allen Dingen für Alleinstehende unabdingbar, da sie den Ehepartner häufi g durch den Krieg verloren hatten und dadurch unter Hungers- und Verpfl egungsnöten zu leiden hatten. Der Erfolg der Volksküche sollte nicht ausbleiben und die zahlreich erscheinenden, notbedürftigen Bürger konnten dank täglicher Mahlzeiten gesättigt werden. Das Essen wurde zudem von den Gästen sehr gelobt, was mitunter dazu führte, dass auch die Uhrmacherschule ihren eigenen Küchenbetrieb einstellte und ihre Schüler fortan als Gäste der Volksküche verzeichnet wurden.

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