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ACHT­ZEHN­HUNDERT­SIEBEN­UND­FÜNFZIG

DIE WEI­CHEN FÜR DEN WAN­DEL SIND GE­STELLT

Nachdem Robert Gerwig das Amt des Schulleiters quittiert hatte, wurden erste Überlegungen getroffen, die Uhrmacherschule zu schließen. Doch war diese Gegenbewegung noch nicht stark genug und wurde zusätzlich durch den geschiedenen Schulleiter entkräftet, da er sich strikt gegen diese Pläne aussprach. Statt einer Schließung sollte in den Jahren 1857 und 1858 eine Umstrukturierung der Uhrmacherschule erfolgen. Fortan unterstand die Schule nicht mehr dem Innenministerium Badens, sondern dem Gewerbeschulrat. Dieser war in seinem Wesen praxisnah und wirtschaftlich geprägt, was sich auch in den neuorganisierten Lehrplänen niederschlagen sollte. Trug die Schule in den Jahren zuvor noch deutlich das pädagogisch-didaktische Gewand eines Ausbildungssystems, so setzte sie sich nun verstärkt erwerbswirtschaftliche Ziele. Die Theorie wurde ebenfalls zugunsten der Praxis geschmälert und zeitgleich die Präsenszeit der Schüler drastisch auf täglich 13 Stunden erhöht. Gerechtfertigt wurde diese Entscheidung mit der Begründung, dass die Schüler durch diese Mehrbeanspruchung an das zukünftige Arbeitsleben gewöhnt werden sollten. Denn mit 13 Stunden würde sich die schulische Arbeitszeit derjenigen in Privatwerkstätten annähern. Trotz aller Änderungen blieb die Geschichte der Uhrmacherschule ein anhaltender Erfolg. Seit ihrer Gründung im Jahr 1850 half die Uhrmacherschule denn auch der Uhrenindustrie im Schwarzwald, mit der Zeit Schritt halten zu können.

1857, ACHTZEHNHUNDERTSIEBENUNDFÜNFZIG, Neueröffnung, Schule, Uhrmacherschule, Umstrukturierung