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NEUN­ZEHN­HUNDERT­DREI­UND­DREISSIG

FURT­WANGEN ZEIGT FLAG­GE

Auch der Unterricht in der Badischen Uhrmacherschule wurde an die dunklen Umstände der nationalsozialistischen Herrschaft angepasst. So begann jede Stunde mit dem Hitlergruß unter der Aufsicht eines maßstabsgetreuen Portraits des »Führers«. Neben der Uhrmacherschule fanden sich auch in der dazugehörigen Schnitzereischule Anhänger rechter Gesinnung. So muss Furtwangen sich heute eingestehen, dass in dem kleinen Schwarzwaldort einmal die erste Hakenkreuzfahne in der Region geweht hat. Unter Lebensgefahr kletterten vier fanatische junge Männer auf den Schornstein der Schnitzereischule, um ihre NSDAP-Treue zu demonstrieren. Passend zur Erziehung in den Lehranstalten kam es zu dieser Zeit auch zum kulturellen Niedergang: 1933 wurden »zum Zwecke der Bereinigung der Volksbücherei von minderwertiger Literatur« Bücher von Tucholsky, Kästner, Freud, Marx und zahlreichen weiteren Freidenkern auf dem Festplatz an der Friedrichstraße von Furtwangen auf einen Scheiterhaufen gestapelt und verbrannt.

1933, Hakenkreutz, Hitler, Nationalsozialismus, Nazi, NEUNZEHNHUNDERTDREIUNDDREISSIG, NSDAP