Interesse geweckt? Jetzt unverbindlich für Print-Version vormerken lassen.

ZWEI­TAUSEND­SIEBEN

GERÜCHT WIRD FILM­GESPENST

Wo der Schwarzwald tief ist, sind auch die Mythen nicht weit. Eine Legende, die in Furtwangen einfach nicht verschwinden will, geht etwa so: Hier soll es die höchste Selbstmordrate Deutschlands geben – eine Geschichte, die im Jahr 2007 auch die Filmbranche auf sich aufmerksam machte. Furtwangen sollte zum Schauplatz einer schwarzen Komödie werden. Doch daraus wurde nichts; der damalige Bürgermeister Richard Krieg ärgerte sich über die Stigmatisierung und auch darüber, dass die Filmförderung Baden-Württemberg über 11.000 Euro für eine solche Unternehmung beisteuern wollte. Tatort-Regisseur und Drehbuchautor Hans-Christoph Blumenberg stellte zwar klar, dass der Film an einem fiktiven Ort spiele und am Ende das Gerücht eindeutig als solches entlarvt werde. Trotzdem machte die Gemeinde Furtwangen dem Filmteam einen Strich durch die Rechnung. Die Zelte wurden abgebrochen und der Dreh abgesagt. Aber: Das Gerücht kommt nicht von ungefähr: In den 1990-er Jahren stürzten sich innerhalb eines Jahres zwei verzweifelte Seelen aus einem Studentenhochhaus.

2007, Film, GHB, Selbstmord, Suizid, Wohnheim, ZWEITAUSENDUNDSIEBEN, ZWEI­TAUSEND­SIEBEN