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NEUN­ZEHN­HUNDERT­SIEBEN­UND­ZWANZIG

MIT DEM HEI­MISCH­EN UHR­WERK NACH ÜBER­SEE

Auch die Bürger Furtwangens entkamen nicht der Aniehungskraft, die von den Versprechungen und Hoffnungen gegenüber der so genannten »Neuen Welt« ausgingen. Im Jahr 1927 waren bereits mehr als 100 in den Vereinigten Staaten lebende Furtwanger verzeichnet. Ungefähr 80% von ihnen ließen sich in Connecticut nieder, schließlich waren auch dort große Uhrenfabriken ansässig. Besonders Absolventen der Uhrmacher- und Schnitzerschule forderten daher ihr Glück in der weiten Ferne heraus. Doch sollte sich gerade die Anfangszeit des Unterfangens als eine sehr schwierige hervortun. Nicht nur die Sprachbarrieren galt es zu überwinden, sondern als sogenanntes »Green horn«, wie die Neueinwanderer genannt wurden, musste zunächst schlichten Arbeiten als Uhr- oder Werkzeugmacher nachgegangen werden. Diese waren mit 40-50 Cent pro Stunde durchaus schlecht bezahlt, hält man sich vor Augen, dass allein ca. zwölf Dollar pro Woche für Essen ausgegeben werden mussten. Aber die deutschen Uhrmacher genossen einen makellosen Ruf und einigen von ihnen gelang es, durch harte Arbeit Stellungen als Werkmeister zu erlangen, was letztlich ein besseres Leben bedeutete. Ironischerweise war es gerade diese neu aufkommende, durch deutsche und insbesondere Furtwanger Uhrmacher geprägte amerikanische Uhrenindustrie, die den Absatz deutscher Uhren in der einstigen Heimat später beeinträchtigen sollte.

1927, Amerika, Intern, Internationalität, NEUNZEHNHUNDERTSIEBENUNDZWANZIG, Sprache