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NEUN­ZEHN­HUNDERT­ACHTZEHN

SPAN­ISCHE GRIP­PE ER­REICHT FURT­WANG­EN

Eine besonders heimtückische Krankheit, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausbreitete, stellte die sogenannte Spanische Grippe dar. Der Epidemie fielen weltweit mindestens 25 Millionen Menschen zum Opfer. Schätzungen gehen sogar von einer Gesamtopferzahl von über 70 Millionen aus. Zum typischen Krankheitsverlauf gehörten hohes Fieber, Schüttelfrost und eine schwere Lungenentzündung, die von starken Blutungen begleitet wurde und meist in kürzester Zeit zum Tode führte. Auch war die Haut der Patienten von dem erlittenen Sauerstoffmangel häufig bläulich-schwarz gefärbt.

Im Juni 1918 wurden erste Erkrankte auf deutschem Boden registriert. Im Herbst desselben Jahres erreichte das Unheil auch Furtwangen. Der Krankheitsverlauf war auch hier rasant. Zwischen 27. Oktober und 3. November starben sechs Personen an den Folgen der Infektion. Unzählige weitere waren erkrankt, was dazu führte, dass Tageszeitungen aufgrund des Arbeitermangels nur noch verspätet erscheinen konnten. Auch die Uhrmacherschule sah sich gezwungen, ihre Pforten für einige Zeit schließen zu müssen.

1918, Elend, Krankheit, Leid, NEUNZEHNHUNDERTACHTZEHN